Was steckt hinter der schwedischen E-Krone?

Schweden plant als erstes europäisches Land, eine eigene Kryptowährung ins Leben zu rufen. Eine solche hatte bereits zuvor Venezuela mit dem „Petro“ erfolgreich eingeführt, worüber die Berlin Panter Group bereits berichtete. Der Petro sollte als zusätzliche offizielle Währung stabilisierend auf die venezolanische Währungskrise wirken, sowie ausländische Devisen für das chronisch klamme Land einbringen.

Das ist bei der E-Krone anders: Sie soll vorläufig als Ergänzung zur regulären Krone fungieren. Da in Schweden die Bargeldzahlung zunehmend weniger Gebrauch findet, wird dieser Entwicklung nun Rechnung getragen und direkt eine elektronische Kryptowährung etabliert.

Blockchain oder Tangle?

Technisch könnte die geplante Währung erwartungsgemäß an die klassische Blockchain-Technologie angelehnt sein, dessen Funktionsweise bereits vom Bitcoin bekannt ist. Allerdings steht noch nichts fest, denn die Schwedische Reichsbank (Sveriges Riksbank) hat für die Umsetzung des High-Tech-Projekts eine Ausschreibung um die besten Hersteller gestartet.

Unter den Konkurrenten sind dementsprechend viele verschiedene Anbieter, darunter IOTA, welcher mit dem Tangle-System arbeitet und sich von blockchainbasierten Ansätzen abhebt. Schon in den kommenden Monaten wird die Entscheidung erwartet, wie das Konzept des schwedischen Pilot-Projekts genau aussehen soll. Fest steht, dass die E-Krone zunächst als experimentelle Alternative zur bisherigen schwedischen Krone dienen soll. Je nachdem wie sich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen zeigen, wird ersichtlich, ob sich der Testlauf bewährt hat.

Attraktivität von Kryptowährungen

Zwar ist der Kryptowährungsmarkt von starken Schwankungen und risikoreichen Spekulationen geprägt, doch gewinnt er auch an finanzieller Bedeutung und technologischer Zukunftsträchtigkeit. Mit anderen Worten – der Markt boomt. Aus dieser Warte heraus ist es nachvollziehbar, dass sich Schweden mit der E-Krone ein zusätzliches finanzielles Standbein aufbaut.

Klarer Vorteil ist, dass die Investitionsbereitschaft von Kleinanlegern bei Kryptowährungen im Allgemeinen höher ist. Konventionelle Währungsspekulationen werden oft über komplizierte Finanzhebelprodukte angeboten, was die Attraktivität vor allem für wenig Fachkundige gering hält. Der spekulative Online-Ankauf von E-Coins erscheint dahingehend einfacher und steht einem weitaus größerem Interessenkreis offen.

2018-05-31T10:35:20+00:00