Krypto-Regulierung beim G20-Gipfel 2018 in Buenos Aires

Bereits im März dieses Jahres befürchtete man in der Welt der Kryptowährungen mögliche internationale Regulierungen. Hintergrund war das G20-Finanzministertreffen, in dessen Vorfeld einige Staaten, darunter Deutschland, eine Regulierung von Kryptowährungen forderten. Die Gründe für eine Notwendigkeit sind bei den Regulierungsbefürwortern immer dieselben: Insbesondere anonym transferierbare Währungen wie ZCash oder Monero ließen sich für Terrorfinanzierung, Geldwäsche und Umgehung internationaler Sanktionen verwenden. ZCash-Mitgründer Rob Viglione argumentiert hingegen, dass anonyme Finanztransaktionen Menschen dabei helfen können, sich vor totalitären Regimen zu schützen.

Bitcoin-Kurssturz im Frühjahr 2018

Schlussendlich landete das Thema Krypto-Finanzanlagen prompt auf der Agenda des Financial Stability Board (FSB), einer internationalen Finanzbehörde, die ursprünglich von der G20 eingerichtet wurde. Sie beobachtet die weltweite Finanzsystemstabilität, um Regierungen und Notenbankvorständen mögliche Ratschläge zu geben. Das FSB hält nun zwar den innovativen Ansatz von Kryptowährungen für sinnvoll, deutet aber auch an, dass das zunehmende finanzielle Gewicht virtueller Geldmittel einen entscheidenden Einfluss auf die Finanzmärkte von morgen haben könnte. Allein deswegen fällt der Kryptowährungsmarkt in die Interessensphäre staatlicher Akteure, womit die Spekulationen über mögliche Regulierungsmaßnahmen ihren Lauf nahmen.

Der Bitcoin erlebte unter anderem deswegen einen schweren Kurssturz von Januar bis März 2018. In seinem historischen Rekordwert entsprach der Wert eines Bitcoins 16.892 Euro am 17.12.2017. Dann fiel er, bis es im März beim G20-Finanzministertreffen vorläufig Entwarnung gab: Es sollen keine Maßnahmen für Eingriffe in den Markt beschlossen werden. Am 01. April ging der Bitcoin mit einem Schlusskurs von 5.537,40 Euro raus. Seitdem pendelte er sich wieder ein und lag Anfang Mai bei Werten von über 8000 Euro.

Crash für ZCash?

Doch wie wird sich der bevorstehende G20-Gipfel mit den Staatschefs im Juli im argentinischen Buenos Aires auswirken – und werden dort Regulierungsmaßnahmen getroffen? Es herrscht die Sorge, dass die Regierungen der Welt insbesondere in anonym transferierbare Kryptowährungen eingreifen wollen. Das entspricht dem FSB-Ziel, die FTAF-Standards (Financial Action Task Force) auch im Krypto-Bereich umzusetzen, worunter zum Beispiel Geldwäsche- und Terrorfinanzierungsprävention fällt. Um diese zu implementieren, braucht es zwangsläufig eine Offenlegung der Anonymität bei den auf diesem Geschäftsfeld spezialisierten Kryptowährungen.

Das wiederum würde die Marktaussichten schwer beeinflussen: Vor allem ZCash wäre betroffen, das erst am 15. Mai dieses Jahres an die Krypto-Börse Gemini ging und seitdem einen steilen Kurssprung hinlegte. Die bloße Ankündigung einer Initiative zur Regulierung bei den G20 würde diesen guten Start erheblich einbrechen lassen.

2018-05-25T09:31:59+00:00