Exitstrategien

Was sind Exitstrategien?

Bei einer Finanzierung mit Venture Capital, also einem Risikokapital, in riskant geltende Unternehmen wie Start-Ups gibt es meist einen zeitlichen Rahmen, der die Investitionen des Kapitalgebers begrenzt. In der Regel wird auf eine laufende Verzinsung verzichtet, denn stattdessen wird der Gewinn am Ende der Finanzierungsphase durch eine Veräußerung der Beteiligung umgesetzt. In dieser abschließenden Phase wird der Austritt, also der sogenannte Exit, angestrebt, damit sich der Kreditgeber aus dem Unternehmen zurückziehen kann. Für diesen Ausstieg aus dem neuen Unternehmen gibt es unterschiedliche Exit-Strategien für die Kapitalgeber, welche schon vor der Investition berücksichtigt werden, um die Vor- und Nachteile der Finanzierung in die Unternehmen abzuwägen.

Welche Exitstrategien gibt es?

Um den Exit aus der Unternehmensfinanzierung zu realisieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile für beide Parteien ergeben. Die Wahl über die Exitstrategie kann unterschiedliche Rendite für den Kreditgeber bringen als auch einen entscheidenden Einfluss für das Unternehmen selbst haben. Für die abschließende Investitionsphase gibt es folgende fünf Austrittsmöglichkeiten:

  • dem Initial Public Offering (IPO), auch Going Public genannt. Hierbei wird das Unternehmen an die Börse gebracht und bringt damit die höchsten Rendite für den Kapitalgeber und die größten Vorteile für das Unternehmen. Der Zeitpunkt dieser Exitstrategie kann ziemlich flexibel entschieden werden und bringt dem Investor zudem die Möglichkeit durch Aktien weiterhin am Wertzuwachs teilzuhaben. Das Unternehmen selbst kann dadurch seine Eigenkapitalquote erhöhen und die eventuelle Abhängigkeit von anderen Investoren einschränken.
  • dem Trade Sale. Darunter versteht man den Verkauf der Kapitalbeteiligung am Unternehmen an einen anderen Investor aus der Branche. Das sind meistens andere, größere Unternehmen, die eine Mehrheitsbeteiligung anstreben und das Unternehmen übernehmen. Die Rendite hierbei bieten den Kapitalgebern eine Alternative zum IPO, jedoch kann es beim Verkauf zu Verzögerungen oder längeren Verhandlungen kommen.
  • dem Secondary Sale. Dies bedeutet die Veräußerung der Risikokapital-Beteiligung an andere Finanzinvestoren. Häufig sind dies andere Kreditgeber, weshalb es hierbei keine hohen Rendite gibt, da dieser selbst an einem Gewinn interessiert ist.
  • dem Company Buy-Back. Das Buy-Back beschreibt den Rückkauf des Unternehmens durch das eigene Management. Die Kapitalnehmer sind meist an einem geringen Kaufpreis interessiert, weshalb Kreditgeber hierbei keine hohen Rendite erwarten können.
  • der Liquidation oder Kündigung. Bei erfolglosen Aussichten für das Unternehmen wird die Finanzierung vom Kreditgeber gekündigt oder das Unternehmen selbst wird liquidiert, weil es keine Chancen auf dem Markt hat. Bei diesem Exit verliert der Kapitalgeber aller eingebrachten Investitionen in das Unternehmen.
2017-11-02T10:38:18+00:00